Extreme Bodenerosionsraten der Magdalenenflut 1342
Heute geht es um eines der verheerendsten Erosionsereignisse der mitteleuropäischen Geschichte, das Magdalenenhochwasser von 1342.
Vorgespräch
Wir waren vom Grüne Liga Berlin e.V. auf das Umweltfestival in Berlin geladen. Christoph erzählt von seinen spannenden Erlebnissen auf diesem Event.
Thema: Das Magdalenenhochwasser von 1342.
In der Studie von Herget et al. (2021) geht es um die gesamtheitliche Einordnung eines der verheerendsten Hochwasserereignisse Mitteleuropas. Entweder durch eine Großwetterlage die dem Elbehochwasser von 2002 glich, oder durch eine konvektive Wetterlage kam es vor allem in der Mitte Deutschlands zu enorm hohen Niederschlagsmengen.
Sedimentologische Studien durch Dotterweich et al. (2003) oder Dreibrodt et al. (2010) zeigen ein dramatisches Bild: So entstanden in kurzer Zeit tiefe Erosionslinien, die mehr als 10 m Tiefe erreichen konnten, das sogenannte Schluchtenreißen. Dotterweich & Bork (2007) gehen gar von 13 Mrd. Tonnen Bodenverlagerung aus, was in etwa einem Drittel der seit dem Frühmittelalter angefallenen Bodenverlagerung entspricht.
Historische Berichte wie in Bork (2013) lesen sich entsprechend dramatisch. So wird der Bodenabtrag maßgeblich zur Aufgabe einer Vielzahl von Siedlungen geführt haben, und gleichzeitig den Nährboden für die folgende dramatische Pestepidemie in Mitteleuropa gelegt haben.
Eine packende Audionachlese liefern hierzu auch zwei Zeitzeichen des WDR Radios von 2012 und 2022.
Meine Pegel Website: https://www.hochwasserzentralen.info/meinepegel/
Beispielhaft findet ihr hier Hochwasserkarten des Freistaats Sachsen: https://luis.sachsen.de/wasser/hw/hochwasserrisikokarten.html
Informiert euch bitte in eurem jeweiligen Bundesland über Hochwasserrisiken!
