Wie Geisterhecken fast 5 000 Mg Kohlenstoff in die Atmosphäre entließen
Hecken weg, Kohlenstoff weg – aber das Feld weiß noch Bescheid. Lea und Christoph graben nach Geistern im Boden.
Thema: Geisterhecken – Spuk auf dem Feld
Habt ihr schon mal eine Hecke gesehen, die gar nicht mehr da ist? Genau das beschäftigt uns in dieser Folge.
In dieser Episode sprechen Lea und Christoph über ein Paper von Van Den Berge et al. (2021), erschienen in Agroforestry System. Die Forschungsgruppe der Universität Gent hat im belgischen Turnhout untersucht, was mit dem organischen Kohlenstoff im Boden passiert, wenn Hecken gerodet werden – und wie lange der Boden sich noch an die verschwundene Vegetation „erinnert“. Das Konzept der sogenannten Geisterhecke (ghost hedgerow) steht dabei im Mittelpunkt: Der Baum ist weg, aber der Ort bleibt – zumindest eine Weile – im Boden sichtbar.
Die Ergebnisse sind eindeutig: Heckenfeldränder speichern bis zu 81,7 Mg Kohlenstoff pro Hektar – fast doppelt so viel wie ein einfacher Grasrandstreifen. Und in gerodeten Geisterhecken? Nichts mehr davon. In 24 bis 59 Jahren ist der mühsam aufgebaute Vorrat vollständig verschwunden. Allein in der 56 km² großen Gemeinde Turnhout wurden so seit 1960 knapp 5 000 Mg C in die Atmosphäre entlassen – das entspricht etwa der Hälfte der jährlichen kommunalen CO₂-Emissionen.
Die Bodenproben wurden im Labor mit einer CNS-Elementaranalyse ausgewertet. Das dafür verwendete Gerät, der vario MACRO cube von Elementar, bestimmt gleichzeitig den Kohlenstoff-, Stickstoff- und Schwefelgehalt einer Bodenprobe per Hochtemperaturverbrennung. Mehr Infos zum Gerät findet ihr hier:
vario MACRO cube – Produktflyer (Elementar)](https://elementar.sharepoint.com/sites/Elementar/Products/Forms/AllItems.aspx?id=%2Fsites%2FElementar%2FProducts%2FOrganic%20Elemental%20Analysis%2Fvario%20MACRO%20cube%2FFlyer%2Dvario%2DMACRO%2Dcube%2DDE%2Epdf&parent=%2Fsites%2FElementar%2FProducts%2FOrganic%20Elemental%20Analysis%2Fvario%20MACRO%20cube&p=true&ga=1))
