bookmark_borderSC190 SoilTalk: Entschuldigen Sie – Ist das der Sonderzug mit Sensor?

Können Züge als fahrende Bodenfeuchtesensoren genutzt werden?

Heute geht es um den spannenden Anlass, Züge als fahrende Bodenfeuchtesensoren zu verwenden. Dazu verwendet die vorgestellte Studie kosmische Strahlung, speziell Neutronen und kalibriert diese Messmethode zugleich. Julian und Christoph können sich vor Begeisterung kaum halten!

Nachlese

In unserer Folge SC186 SoilTalk: Henne, Ei, Gley? haben wir darüber diskutiert, warum bei der Modellierung der Abhängigkeit der Landnutzung Parameter wie der Boden-pH und der Nährstoffgehalt keine Berücksichtigung fanden. Der Erstautor hat uns dazu eine Rückmeldung gegeben, die wir gerne besprechen!

Thema: Züge als fahrende Bodenfeuchtesensoren

In der Studie von Schrön et al. (2021) geht es um den Einsatz von Zügen als fahrende Bodenfeuchtesensoren.

Dabei bedienen sich die Forschenden dem Ansatz des Cosmic-Ray Neutron-Sensing (CRNS). Grundannahme dieses Ansatzes ist, dass die im Boden reflektierten Neutronen der Kosmischen Strahlung einen direkten Zusammenhang mit der Bodenfeuchte im Umkreis besitzen. So reflektieren feuchte Flächen deutlich weniger Neutronen als trockene. Misst nun ein Sensor die Zahl der reflektierten Neutronen, kann – eine Kalibration vorausgesetzt – passiv und berührungslos die Bodenfeuchte hergeleitet werden.

Der Ansatz wurde erstmals von Zreda et al. (2008) präsentiert und nachfolgend in unterschiedlichsten Studien umgesetzt. Inzwischen liegt mit einer Folgestudie von Altdorff et al. (2023) auch ein Langzeitdatensatz des zuggebundenen Einsatzes von CRNS in Deutschland vor. Die Methode besitzt das Potenzial, die räumliche Lücke zwischen Fernerkundungsdaten und Feldmessung zu schließen, gleichzeitig ist sie wartungsarm und kann niedrigschwellig in bestehender beweglicher Infrastruktur verbaut werden – wie beispielsweise in Zügen.

Vortrag BahnMining – Pünktlichkeit ist eine Zier (David Kriesel)

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